Gute Entscheidungen brauchen auch unbequeme Fragen

Unbequeme Fragen sind selten angenehm, aber oft notwendig, um gute Entscheidungen zu treffen. Wenn F?hrungskr?fte vor allem Zustimmung h?ren, bleiben blinde Flecken, Risiken und m?gliche Folgen oft unerkannt. Besonders unter Druck ist deshalb ein Gegen?ber wichtig, das als Sparringspartner kritisch nachfragt, widersprechen darf und den Blick auf das Ganze richtet.

F?hrungsteams stehen nicht deshalb h?ufig vor Problemen, weil zu viel gestritten wird, sondern weil kritischer Widerspruch zu selten ge?ussert wird. Aus Respekt, aus R?cksicht auf Zust?ndigkeiten oder aus Sorge vor unn?tigen Spannungen werden Einsch?tzungen von Entscheidungstr?gern mitunter nicht hinterfragt. Dadurch bleiben unterschiedliche Perspektiven unausgesprochen, Risiken werden zu wenig beleuchtet und wichtige Entscheidungen nicht ausreichend gepr?ft. Dabei kann gerade produktiver Widerspruch helfen, Annahmen zu ?berpr?fen, blinde Flecken sichtbar zu machen und Alternativen aufzuzeigen, um zu tragf?higeren Entscheidungen zu gelangen. ?Gerade bei schwierigen Entscheidungen muss es m?glich sein, offen zu widersprechen und unangenehme Fragen zu stellen, ohne dass daraus ein pers?nlicher Konflikt entsteht?, sagt Dr. Heidi Z?graggen, Verhandlungsexpertin und Mitinhaberin der Innerschweizer Unternehmensberatung URimpuls.

Gerade darin sieht URimpuls eine seiner wesentlichen Aufgaben als erfahrener Sparringspartner f?r Unternehmer, F?hrungskr?fte auf C-Level und f?r Menschen in Verantwortung. Wer unter Druck steht und schnell Entscheidungen zu treffen hat oder schwierige F?hrungsentscheidungen ?berpr?fen muss, verliert nicht selten die notwendige Distanz zur eigenen Situation. Eine unabh?ngige Aussensicht kann in solchen Situationen Orientierung und Klarheit schaffen. Das verdeutlicht auch ein aktueller Fall: Ein Kunde wandte sich an URimpuls, da sich eine Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzten zugespitzt hatte. Seine Frustration war so gross, dass er dar?ber nachdachte, mit dem Konflikt an die ?ffentlichkeit zu gehen. ?In einer solchen Situation ist es verst?ndlich, dass man handeln und Druck aufbauen m?chte. Unsere Aufgabe bestand daher darin, eben nicht in diese Dynamik einzusteigen, sondern gemeinsam zu pr?fen, welche kurz- und langfristigen Konsequenzen die verschiedenen Optionen haben k?nnen?, erkl?rt Bruno Dobler, Co-Partner bei URimpuls und Experte f?r Krisenintervention.

In gemeinsamen Gespr?chen wurde die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und die m?glichen Folgen einer ?ffentlichen Eskalation offen durchgespielt. Anstatt dem Kunden einen Weg vorzugeben, entwickelte URimpuls mit ihm alternative Szenarien. Schliesslich entschied er sich, auf seinen Vorgesetzten zuzugehen und das direkte Gespr?ch zu suchen. So konnte die Eskalation verhindert, das Arbeitsklima verbessert und das Arbeitsverh?ltnis erhalten werden. Der Fall zeigt, wie wichtig eine unabh?ngige Aussensicht sein kann. ?Ein externer Sparringspartner schafft die n?tige Distanz, stellt auch unbequeme Fragen und spricht offen aus, was intern vielleicht l?ngst niemand mehr zu sagen wagt. So gewinnen Menschen in Verantwortung wieder Orientierung, k?nnen m?gliche Folgen besser abw?gen und ihre Entscheidung aus eigener ?berzeugung treffen?, betont Dr. Heidi Z?graggen. Denn Weiterkommen bedeutet manchmal nicht, Recht zu behalten, sondern rechtzeitig eine andere Perspektive zuzulassen.

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