– Agentic AI setzt Software-Bewertungen unter Druck und verschiebt Investorenfokus.
– Europ?ische M&A-Aktivit?t stabilisiert sich auf niedrigerem Niveau aber hochwertige Assets bleiben gefragt.
– Infrastruktur-Software gewinnt strategisch an Bedeutung, w?hrend SaaS-Bewertungen unter Druck geraten.
M?nchen, 13.04.2026 – Das weltweit t?tige strategische Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal (A&M) ver?ffentlicht seinen ersten European Software Quarterly Report und analysiert die aktuellen Entwicklungen bei Bewertungen und M&A-Aktivit?ten im Softwaresektor. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass k?nstliche Intelligenz, insbesondere Agentic AI, die Spielregeln f?r Investoren und Unternehmen nachhaltig ver?ndert.
KI sorgt f?r massive Neubewertung im Softwaremarkt
Fortschritte im Bereich Agentic AI f?hren zu einer sp?rbaren Neubewertung vieler Softwareunternehmen. Besonders betroffen sind klassische SaaS-Anwendungen, deren Wert bislang stark auf Benutzeroberfl?chen oder Reporting-Funktionen basierte. Diese geraten zunehmend unter Druck, da KI-Agenten in der Lage sind, Prozesse eigenst?ndig ?ber verschiedene Systeme hinweg zu steuern und auszuf?hren.
-Bewertungsmultiples sind in einigen Segmenten um bis zu 51 % gefallen.
-Horizontal-Software verzeichnete R?ckg?nge von rund 32 % bei EV/Revenue-Multiples.
-High-Growth-Unternehmen verloren teilweise bis zu 46 % ihrer Bewertung
Gleichzeitig gewinnen Anbieter von Infrastruktur-Software an Bedeutung. Sie schaffen die Grundlage f?r Integration, Steuerung und Governance von KI-Anwendungen und entwickeln sich damit zu einem zentralen Baustein moderner IT-Architekturen.
Bewertungen normalisieren sich und Profitabilit?t steht im Fokus
Die Analyse zeigt eine klare Neubewertung entlang zentraler Kennzahlen. So sinken die EV/Revenue-Multiples sektor?bergreifend, beispielsweise von 5,8x auf 5,4x bei Horizontal Software. Auch die EV/EBITDA-Multiples gehen zur?ck, etwa von 17,5x auf 15,9x. Gleichzeitig stabilisiert sich das Umsatzwachstum auf einem moderaten Niveau von rund 8-9 %, w?hrend die EBITDA-Margen mit etwa 23-26 % solide bleiben.
Parallel dazu r?ckt die Qualit?t der Gesch?ftsmodelle st?rker in den Fokus. Unternehmen, die die sogenannte „Rule of 40″* ?bertreffen, erzielen weiterhin deutliche Bewertungsaufschl?ge von 25-35 %. Insgesamt erreichen rund 60 % der analysierten Softwareunternehmen diesen
Schwellenwert, was die zunehmende Bedeutung von Profitabilit?t und nachhaltigem Wachstum unterstreicht.
M&A-Markt bleibt selektiv, aber stabil
Der europ?ische Software-M&A-Markt hat sich im Jahr 2025 sp?rbar abgek?hlt. Die Zahl strategischer Transaktionen ging von 320 Deals im ersten Quartal 2024 auf 190 im vierten Quartal 2025 deutlich zur?ck. Insgesamt war ein kontinuierlicher R?ckgang der Aktivit?t ?ber das Jahr hinweg zu verzeichnen. Gleichzeitig verl?ngern sich Deal-Prozesse, und Investoren pr?fen Transaktionen deutlich intensiver im Rahmen der Due Diligence.
Trotz dieser Entwicklung zeigt sich der Markt selektiv stabil. Private Equity gewinnt weiter an Bedeutung und dies insbesondere durch Add-on-Transaktionen. Besonders aktiv sind derzeit Segmente wie Workflow Automation und Data & Analytics. Auch die DACH-Region erweist sich als vergleichsweise resilient, getragen von einem starken Mid-Market und anhaltenden Buy-and-Build-Strategien. Das Vereinigte K?nigreich bleibt der gr??te Software-M&A-Markt in Europa.
„Wir sehen aktuell einen strukturellen Wandel im Softwaremarkt. KI ver?ndert nicht nur Gesch?ftsmodelle, sondern auch die Bewertungslogik. Investoren hinterfragen zunehmend, wo nachhaltiger Wert entsteht und unterscheiden deutlich st?rker zwischen skalierbarer Infrastruktur und austauschbaren Anwendungsschichten. Gleichzeitig bleibt der M&A-Markt aktiv, aber deutlich selektiver. Qualit?t und strategische Relevanz sind entscheidender denn je“, erkl?rt Christian Ramme, Managing Director bei Alvarez & Marsal Corporate Finance in Deutschland.
?ber den Report
Der A&M European Software Quarterly Report basiert auf einer umfassenden Analyse von Marktdaten und Investmenttrends im globalen und europ?ischen Softwaresektor. Ber?cksichtigt wurden unter anderem Bewertungsmultiples, Wachstumskennzahlen, Profitabilit?t sowie M&A-Aktivit?ten auf Basis f?hrender Datenquellen wie Pitch Book und S&P Capital IQ. Den vollst?ndigen Report finden Sie hier.
*Rule-of-40 besagt, dass ein (Software-)Unternehmen aus K?ufersicht insbesondere dann attraktiv ist und nachhaltig w?chst, wenn die Summe des Umsatzwachstums und der (EBITDA-)Marge insgesamt 40% ?bersteigt.
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