Fruchtsaftverbrauch sinkt geringer als erwartet

Bonn, 03. April 2025 – Die seit drei Jahren verst?rkt unter Druck stehenden Verbr?uche bei Fruchtsaft und Fruchtnektaren sind im Jahr 2024 geringer gesunken als erwartet. Insgesamt fiel der Pro-Kopf-Verbrauch von 26 Liter auf 24 Liter. Der Konsum sank zwar von 100%-Fruchts?ften um 2,5 Liter, konnte jedoch teilweise durch den Anstieg von Nektaren um 0,5 Liter pro Kopf teilkompensiert werden.

Besonders gebeutelt wurde der Orangensaft, der um 2,6 Liter zur?ckging, eine Zunahme war jedoch bei Zitrusnektaren, Traubensaft, Grapefruitsaft und Gem?ses?ften zu verzeichnen. Grund f?r die Absatzr?ckg?nge sind die gestiegenen Rohwarenkosten, die die Branche seit Jahren in Atem halten. So hatte sich z.B. der Preis f?r eine Tonne Orangensaftkonzentrat in den vergangenen zwei Jahren von 2.000 auf 7.000$ entwickelt. Dies ist auf die Orangenkrankheit „Greening“ zur?ckzuf?hren, die durch ein Bakterium hervorgerufen wird und zum Absterben ganzer Plantagen f?hrt. Durch pflanzenbauliche und anbautechnische Ma?nahmen wird versucht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Zum anderen f?hrten Sp?tfr?ste bei ?pfeln und Rhabarber zu einer niedrigeren Ernte. Auch bei Ananas sind Knappheiten zu verzeichnen. Die zurzeit bestehenden Z?lle wie 12,2% auf Orangensaft aus den Mercosur-Staaten versch?rfen noch die Verteuerung und werden daher vom VdF abgelehnt.

Situation bei Ananas besorgniserregend
Seit mehreren Monaten ist eine weitere Frucht nur schwer verf?gbar: die Ananas. Besonders betroffen sind die Hauptlieferl?nder Thailand und Costa Rica. In Costa Rica haben die Klimaph?nomene La Nioa und El Nioo zu ausbleibenden Regenf?llen gef?hrt, wodurch die Fr?chte kleiner ausfallen und weniger Ware f?r den Frischmarkt zur Verf?gung steht. Dies bedeutet, dass sich die Situation auf dem Weltmarkt weiter zuspitzt: Direktsaft, der ?berwiegend aus Costa Rica stammt, ist durch gestiegene Beschaffungskosten deutlich teurer geworden. Gleichzeitig sorgt die anhaltend unzureichende Wasserversorgung in Thailand – dem weltweit bedeutendsten Lieferland f?r Konzentrate – f?r ein r?ckl?ufiges Angebot. Viele Verarbeitungsbetriebe k?nnen daher derzeit nicht im vollen Umfang produzieren. Das hat sp?rbare Folgen f?r die Fruchtsaftindustrie in Deutschland und erh?ht den Druck auf die Hersteller: Die angespannte Marktlage versch?rft sich weiter – mit potenziellen Auswirkungen auf Verf?gbarkeit und Preise im Handel.

Kritik an Z?llen
Z?lle von 8 bis 16 % treiben die steigenden Preise weiter in die H?he. Besonders besorgniserregend sind die niedrigen Lagerbest?nde in den Lieferl?ndern, die zu Engp?ssen („Out of stock“-Situationen) f?hren. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) fordert daher die Abschaffung der Z?lle – insbesondere f?r Ananas (8 bis 16% Zoll), aber auch f?r Orangensaft, der mit 12,2 % besteuert wird und damit ebenfalls f?r Verbraucher teurer wird. Z?lle behindern den globalen Handel und belasten letztlich die Endverbraucher.

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