EU-Studie macht Investitionslücke sichtbar: Gründerinnen im Deep Tech bleiben deutlich unterfinanziert

Berlin/Br?ssel, Februar 2026: Eine neue, von der EU unterst?tzte Studie zeigt eine deutliche Investitionsl?cke in Europa. Besonders stark ist die Schieflage im Bereich Deep Tech. Hier werden etwa 80 Prozent der Unternehmen von rein m?nnlichen Teams gegr?ndet. Diese erhalten fast 90 Prozent der Risikokapitalfinanzierung. Start-ups mit mindestens einer Gr?nderin hingegen erhalten europaweit nur 14,4 Prozent aller Venture Capital-Finanzierungsrunden. Ihr Anteil am gesamten Venture Capital-Kapital liegt bei zw?lf Prozent.

Ziel der Studie war es, die Investitionsl?cke europaweit einheitlich messbar zu machen. Gleichzeitig sollte besser verstanden werden, warum diese Differenz bestehen bleibt. Die zentrale Schlussfolgerung lautet: Europa fehlt es nicht an innovativen Frauen. Es fehlt an Systemen, die sie verl?sslich messen, finanzieren und skalieren. Als wichtigste H?rden beim Zugang zu Kapital, wurden Glaubw?rdigkeitsl?cken, fragmentierte F?rderlandschaften und fehlende Vielfalt bei Investitionsentscheidern identifiziert.

Der abschlie?ende Projektbericht leitet klare Handlungsfelder ab. Empfohlen werden ein dauerhafter europ?ischer Datenhub, gemeinsame Standards f?r Investitionsdaten und bessere ?berg?nge von Fr?hphasen zu Wachstumsfinanzierung. Zudem sollen ?ffentliche Investitionen st?rker privates Kapital mobilisieren und Gr?ndern den Zugang zu relevanten Netzwerken erleichtern.

Ein zentrales Projektergebnis ist ein Dashboard zur geschlechtsspezifischen Investitionsl?cke. Es b?ndelt Daten zu Gr?ndungsteams und Venture Capital-Finanzierungen in Europa. Das Dashboard ist unter gendergap-europe.dealroom.co verf?gbar. Es dient als Prototyp f?r eine gemeinsame europ?ische Datenbasis. Diese soll politische Entscheidungen, Investitionen und F?rderma?nahmen besser unterst?tzen.

Das Team zur Erstellung der Studie setzte auf breite Einbindung des ?kosystems. ?ber fast ein Jahr wurden 81 ausf?hrliche Interviews gef?hrt und zw?lf Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer*innen in ganz Europa organisiert. Die Veranstaltung in Deutschland fand am 20. Juni 2025 in Berlin statt.

Deep Tech umfasst wissenschaftsbasierte Innovationen in KI, Robotik, Halbleitern, Quantentechnologien, Klima, Gesundheit und Biotechnologie. Diese Felder sind zentral f?r Europas Wettbewerbsf?higkeit, Sicherheit und Resilienz.

Zitate:

Dr. Gesa Miczaika, Managing Director, Auxxo Management GmbH: „Wir m?ssen mehr Geld in die H?nde von Frauen bringen. ?ber 20 Jahre lang gab es in keinem der staatlich unterst?tzten Fonds in Deutschland Frauen in den Vorst?nden. Das hat sich k?rzlich ge?ndert. Ich m?chte Quoten, insbesondere wenn es um ?ffentliche Gelder geht.“

Dr. Gesa Miczaika hat Auxxo 2019 gegr?ndet, um von Frauen gef?hrten Startups mehr Kapital zu verschaffen.

Ayshwara (Ash) Patki, Gr?nderin und CEO von Robotikos UG: „Die Herausforderung besteht nicht darin, wie viele Frauen finanziert werden. Es geht darum, wie viele ?berhaupt die Serie A, also die erste institutionnelle Investitionsrunde f?r ein Startup, in der gr??ere Summen von professionellen Venture-Capital-Gebern flie?en, erreichen. Auf dieser Ebene gibt es keine Frauen un damit auch keine ausreichende Unterst?tzung. Wenn es gen?gend Bef?rworter*innen g?be, w?rde kein Investor das Projekt ablehnen. Die meisten M?nner beginnen mit einer Glaubw?rdigkeit von 0 oder 10 %. Wir beginnen bei -200 %. Das ist die L?cke, die wir f?llen m?ssen. Das ist nicht der Grund, warum wir keine Finanzierung erhalten – es ist der Grund, warum wir so weit hinterherhinken.“

Robotikos wurde entwickelt, um die Komplexit?t von Automatisierungsinvestitionen zu vereinfachen. Es funktioniert als KI-gesteuerter digitaler Assistent f?r industrielle Planung.

?ber den EIC:
Der European Innovation Council (EIC) ist das Innovationsf?rderinstrument der Europ?ischen Union im Rahmen von Horizon Europe. Seit 2021 unterst?tzt er bahnbrechende, marktschaffende und Deep-Tech-Innovationen entlang des gesamten Wegs von der Forschung bis zur Skalierung, unter anderem ?ber die F?rderlinien Pathfinder, Transition und Accelerator. Mit Zusch?ssen, Beteiligungskapital ?ber den EIC-Fond und erg?nzenden Dienstleistungen soll der EIC Start-ups, kleinen und mittelst?ndischen Unternehmen und Forschungsteams helfen, technologische Durchbr?che schneller in den Markt zu bringen.

?ber EXIST Women: Das deutsche F?rderprogramm EXIST-Women unterst?tzt gr?ndungsinteressierte Frauen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit einem 12-monatigen Qualifizierungsprogramm, individuellem Coaching, Mentoring und einem bundesweiten Gr?nderinnen-Netzwerk. Zus?tzlich erhalten Teilnehmerinnen einmalig 2.000 Euro Sachmittel; unter bestimmten Voraussetzungen ist au?erdem ein dreimonatiges Stipendium von 1.000 bis 3.000 Euro monatlich plus Kinderzuschlag m?glich.

Weitere Informationen:
https://gendergap-investments.eu/uploads/documents/Final-Report-Gender-Gap-in-Investments.pdf
https://gendergap-investments.eu/
https://gendergap-europe.dealroom.co

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