Der IT-Mittelstand blickt mit einer verhaltenen Prognose auf das neue Jahr, erweist sich jedoch weiterhin als resilient gegen?ber der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi). Zwar rechnet eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im eigenen Haus (56 Prozent), zugleich erwarten jedoch rund die H?lfte eine Stagnation (27 Prozent) oder sogar eine Verschlechterung (22 Prozent) der Lage der deutschen Digitalbranche insgesamt. Hauptursache hierf?r ist aus Sicht der ?berwiegenden Mehrheit die allgemeine Wirtschaftslage (77 Prozent). Dar?ber hinaus sehen mehr als die H?lfte der Befragten gesetzliche Regulierungen und B?rokratie als zentrale Herausforderung f?r die Branche (55 Prozent). Knapp die H?lfte nennt zudem die unzureichende Priorisierung der Digitalisierung (48 Prozent) sowie der digitalen Souver?nit?t (45 Prozent) als wesentliche Hemmnisse. Ein Viertel der Unternehmen verweist schlie?lich auf den Fachkr?ftemangel und eine unzureichende digitale Infrastruktur (jeweils 25 Prozent).
„Die angespannte Wirtschaftslage ?ber alle Branchen hinweg ist auch im Digitalsektor sp?rbar, dennoch zeigt sich der IT-Mittelstand nach unserer aktuellen Umfrage weiterhin resilient und leistungsstark. Hier zeigt sich also ein eindeutiges Potenzial: die mittelst?ndisch gepr?gte Digitalwirtschaft kann zum Motor f?r die schw?chelnde deutsche Wirtschaft werden“, erkl?rt BITMi-Pr?sident Dr. Oliver Gr?n, „Die von den Unternehmen genannten Herausforderungen – B?rokratie, Regulierungen und die geringe Priorisierung von Digitalisierung und digitaler Souver?nit?t – verdeutlichen die entscheidenden Hebel, um das n?tige Momentum zu schaffen.“
Diese Einsch?tzung spiegelt sich auch in den Forderungen der befragten Unternehmen an die Bundesregierung wider. Mit deutlicher Mehrheit nennen sie den Abbau von B?rokratie und Berichtspflichten (68 Prozent) als vordringlichste Aufgabe. Es folgen die Verwaltungsdigitalisierung (57 Prozent) sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur (53 Prozent). Knapp die H?lfte der Unternehmen spricht sich zudem f?r eine st?rkere F?rderung von Schl?sseltechnologien wie K?nstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie f?r steuerliche Entlastungen f?r Unternehmen aus (jeweils 46 Prozent). Rund ein Drittel nannte die St?rkung der Cybersicherheit bei Staat und Unternehmen (35 Prozent) sowie die Reform des Vergaberechts (34 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Prognose des IT-Mittelstands weitgehend konstant. Die auff?lligste Entwicklung zeigt sich in der Einordnung der gr??ten H?rden f?r IT-Unternehmen: Die angespannte Wirtschaftslage sowie Regulierungsdichte und B?rokratie verfestigen sich als zentrale Belastungsfaktoren. Der Fachkr?ftemangel, ?ber viele Jahre hinweg die dominierende Herausforderung, hat hingegen deutlich an Bedeutung verloren. Nachdem er im vorletzten Jahr erstmals r?ckl?ufig war, sank seine Relevanz nun mit einem Minus von 20 Prozentpunkten gegen?ber der Vorjahresumfrage nochmals sp?rbar. An Gewicht gewonnen hat dagegen die mangelnde Priorisierung digitaler Souver?nit?t (plus 20 Prozentpunkte). Obwohl dieses Thema im vergangenen Jahr intensiv digitalpolitisch diskutiert wurde, deutet dies darauf hin, dass die mittelst?ndische Digitalwirtschaft Zweifel an der praktischen Umsetzung der politischen Zusagen hegt.
Als pr?gendster Digitaltrend des neuen Jahres wird – wie bereits in den Vorjahren – von einer ?berw?ltigenden Mehrheit der Befragten die K?nstliche Intelligenz gesehen. Als konkrete Auspr?gungen werden insbesondere agentische KI, der Einsatz von KI im Kontext von Cybersicherheit und -kriminalit?t sowie die Frage nach einem wirksamen und wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von KI hervorgehoben.
Keywords:Jahresprognose, Umsatzwachstum, Wirtschaftslage, IT-Mittelstand, Digitalbranche, B?rokratie, Digitalwirtschaft, Cybersicherheit, Verwaltungsdigitalisierung. KI