Rentenversicherungspflicht für Selbstständige: Position des BDS Rheinland-Pfalz & Saarland e.V. und der Allianz Hauptstadtbüro Mittelstand des BDS D

Artikel: https://www.merkur.de/wirtschaft/rente-merz-regierung-reform-selbststaendige-in-die-gesetzliche-geschaeftsmodelle-die-nicht-mehr-aufgehen-94384895.html

Die geplante Einf?hrung einer verpflichtenden Altersvorsorge f?r Selbstst?ndige wird mit dem Ziel begr?ndet, Altersarmut bei Selbstst?ndigen zu vermeiden und die gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu stabilisieren. Der Bund der Selbst?ndigen Rheinland-Pfalz & Saarland e.V. (BDS) und die Allianz Hauptstadtb?ro Mittelstand des Bundes der Selbst?ndigen Deutschland e.V. (BDS) unterst?tzt grunds?tzlich das Ziel einer verl?sslichen Altersvorsorge. Eine pauschale Rentenversicherungspflicht f?r Selbstst?ndige ist jedoch nicht der richtige Weg. Sie ber?cksichtigt weder die unterschiedlichen Vorsorgestrukturen von Selbstst?ndigen noch die wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen viele Unternehmer heute stehen. Eine pauschale Rentenversicherungspflicht birgt das Risiko, wirtschaftlich produktives Kapital zu binden, ohne die Ursachen m?glicher Altersarmut gezielt zu l?sen.

Folgende Selbstst?ndige sind betroffen: Handwerker und Hausgewerbetreibende; Lehrer, Hebammen, Erzieher und in der Pflege Besch?ftigte; K?nstler und Publizisten; Selbstst?ndige mit einem Auftraggeber; Seelotsen sowie K?stenschiffer und -fischer, bestimmte weitere Selbstst?ndige (wer immer davon auch betroffen sein mag, wird nicht genauer definiert).

Der Bund der Selbst?ndigen Rheinland-Pfalz & Saarland e.V. (BDS) und die Allianz Hauptstadtb?ro Mittelstand des Bundes der Selbst?ndigen Deutschland e.V. (BDS) fordert daher die Ma?nahme der Umsetzung der Rentenreform, den Rentenzwang f?r Selbstst?ndige, grundlegend zu ?berdenken!

Um die Forderung zu untermauern, haben wir eine umfassende Begr?ndung mit 10 Punkten erarbeitet.

Punkt 1: Die Rentenversicherungspflicht ist eine zus?tzliche Sonderbelastung f?r Selbstst?ndige

Anders als Arbeitnehmer m?ssen Selbstst?ndige den gesamten Rentenversicherungsbeitrag allein aus ihrem Einkommen erwirtschaften. W?hrend bei Besch?ftigten der Arbeitgeber die H?lfte des Beitrags ?bernimmt, fehlt dieser zweite Finanzierungspartner bei Selbstst?ndigen vollst?ndig. Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung betr?gt aktuell 18,6 % des beitragspflichtigen Einkommens.

Wenn der Rentenversicherungsbeitrag z.B.: 744,00 ? betr?gt, dann zahlt der Arbeitnehmer 372,00 ? und die zweite H?lfte der Arbeitgeber mit 372,00 ?. Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro tr?gt somit rund 372 Euro monatlich selbst. Ein Selbstst?ndiger m?sste den gesamten Betrag von 744 Euro monatlich aus seinem Gewinn finanzieren. Auf das Jahr gerechnet bedeutet dies eine zus?tzliche Belastung von rund 4.464 Euro (8928,Euro gesamt), die bei einem Selbstst?ndigen vollst?ndig aus eigener wirtschaftlicher Leistung erwirtschaftet werden muss.

Eine Rentenreform, die Selbstst?ndige st?rker in die Altersvorsorge einbeziehen m?chte, darf nicht ignorieren, dass diese Gruppe keinen Arbeitgeberanteil erh?lt.

Quellen:

Deutsche Rentenversicherung: Beitragssatz und Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung.

Sozialgesetzbuch VI (SGB VI), ?? 157 ff. (Beitr?ge zur gesetzlichen Rentenversicherung).

Punkt 2: Zus?tzliche Pflichtbeitr?ge gef?hrden Gr?ndungen und Innovation

Die Einf?hrung einer verpflichtenden Rentenversicherung f?r Selbstst?ndige trifft insbesondere Gr?nderinnen und Gr?nder in einer entscheidenden Phase: den ersten Jahren des Unternehmensaufbaus. In dieser Phase sind Liquidit?t, Investitionen und der Aufbau eines stabilen Kundenstamms zentrale Faktoren f?r die Entwicklung eines jungen Unternehmens. So m?ssen die jungen Gr?nder 3 Jahre lang, monatlich den halben Regelbeitrag beibringen, was in Summe 367,82 EUR pro Monatausmacht.

Laut dem KfW-Gr?ndungsmonitor 2026 wurden im Jahr 2025 rund 690.000 Existenzgr?ndungen in Deutschland verzeichnet. Gleichzeitig weist die Studie darauf hin, dass die Gr?ndungsaktivit?t langfristig auf einem niedrigen Niveau bleibt und insbesondere Vollerwerbsgr?ndungen vor Herausforderungen stehen.

Zus?tzliche verpflichtende Beitr?ge erh?hen die laufenden Fixkosten bereits zu einem Zeitpunkt, an dem viele Gr?nder noch keine stabilen Gewinne erwirtschaften. Das schreckt junge Gr?nder ab und jeder zus?tzliche Euro, der in Pflichtabgaben flie?t, steht nicht mehr f?r Investitionen in Personal, Technologie, Marketing oder Unternehmensaufbau zur Verf?gung.

Quelle:

KfW Research (2026): KfW-Gr?ndungsmonitor 2026.

Punkt 3: Zus?tzliche Belastungen gef?hrden die personelle Flexibilit?t von Kleinstbetrieben

Kleinstunternehmen und Solo-Selbstst?ndige funktionieren h?ufig nur durch ein hohes Ma? an Flexibilit?t. Der Spruch: ?Selbst- und st?ndig? hat seine Berechtigung. Sie reagieren kurzfristig auf Auftragsschwankungen, arbeiten projektbezogen und nutzen flexible Besch?ftigungsmodelle, wenn zus?tzliche Unterst?tzung ben?tigt wird. Deutschland verf?gt ?ber eine besonders kleinteilige Unternehmensstruktur. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geh?ren rund 99 % aller Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Besch?ftigten bilden dabei den ?berwiegenden Teil dieser Unternehmensgruppe.

Gerade f?r kleine Betriebe sind Personalkosten und regulatorische Anforderungen wesentliche Standortfaktoren. Flexible Besch?ftigungsformen k?nnen helfen, saisonale Schwankungen auszugleichen oder erste Besch?ftigungsm?glichkeiten zu schaffen.

Die Bundesagentur f?r Arbeit weist aus, dass geringf?gige Besch?ftigung weiterhin ein bedeutender Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes ist. Eine zus?tzliche finanzielle Belastung durch neue Pflichtbeitr?ge kann insbesondere bei kleinen Unternehmen den Spielraum f?r Investitionen, Einstellungen und Wachstum reduzieren.

Quelle:

Statistisches Bundesamt (Destatis): Unternehmensregister ? Unternehmen nach Gr??enklassen.

Bundesagentur f?r Arbeit: Statistik der geringf?gigen Besch?ftigung.

Institut f?r Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn): Daten und Analysen zur Struktur des Mittelstands.

Punkt 4: Die Debatte ?ber Altersarmut bei Selbstst?ndigen greift zu kurz

Die Diskussion um eine verpflichtende Rentenversicherung f?r Selbstst?ndige reduziert Altersvorsorge h?ufig zu stark auf die gesetzliche Rentenversicherung. Dabei unterscheidet sich die Vorsorgestruktur von Selbstst?ndigen wesentlich von der abh?ngigen Besch?ftigten. Diese Tatsache wurde durch den mib in den vergangenen Jahren mehrfach kommuniziert. W?hrend Arbeitnehmer ihre Altersvorsorge traditionell vor allem ?ber die gesetzliche Rentenversicherung aufbauen, erfolgt die Absicherung vieler Selbstst?ndiger ?ber eine Kombination verschiedener Verm?gensformen:

Unternehmensverm?gen,

Immobilienverm?gen,

private Kapitalanlagen,

 Versicherungsprodukte,

R?cklagen aus der unternehmerischen T?tigkeit.
Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich Verm?gen privater Haushalte je nach Erwerbsstatus deutlich unterscheidet und Selbstst?ndigenhaushalte h?ufiger ?ber Betriebs- und Sachverm?gen verf?gen.

Auch Analysen des Deutschen Instituts f?r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigen, dass Selbstst?ndige im Durchschnitt h?here Nettoverm?gen aufweisen als abh?ngig Besch?ftigte. Ein wesentlicher Faktor ist dabei der Besitz von Betriebsverm?gen und Immobilien. Kapital, das im Unternehmen verbleibt, dient h?ufig nicht nur dem laufenden Gesch?ftsbetrieb, sondern auch der langfristigen wirtschaftlichen Absicherung.

Der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung weist regelm??ig darauf hin, dass die gesetzliche Rentenversicherung langfristig insbesondere durch die demografische Entwicklung belastet wird und somit nicht durch die Selbstst?ndigen.

Der mib, sowie der BDS Deutschland k?nnen best?tigen, dass Selbstst?ndige mehr f?r ihren Lebensabend vorsorgen und in der Rente durch private Vorsorge besser aufgestellt sind als vergleichbare Angestellte.

Quelle:

Statistisches Bundesamt (Destatis):

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ? Verm?gensverh?ltnisse privater

Haushalte.

Deutsches Institut f?r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) ? Analysen zu Verm?gen und Verm?gensverteilung.

Bundesregierung:

Rentenversicherungsbericht.

Punkt 5: Auftragseinbruch bei Selbstst?ndigen

Die geplante Rentenversicherungspflicht trifft Selbstst?ndige in einer schon vorhandenen wirtschaftlich angespannten Situation.

Viele Solo-Selbstst?ndige und Kleinstunternehmen k?mpfen bereits heute mit einer schwachen Auftragslage, steigenden Kosten und hoher wirtschaftlicher Unsicherheit. Laut dem Jimdo-ifo-Gesch?ftsklimaindex f?r Solo-Selbstst?ndige gaben im April 2026 48,4 % der Solo-Selbstst?ndigen an, unter Auftragsmangel zu leiden. Gleichzeitig sahen 20,6 % ihre wirtschaftliche Existenz gef?hrdet.

Diese Zahlen zeigen: Viele Selbstst?ndige befinden sich derzeit nicht in einer Phase wirtschaftlicher St?rke, sondern k?mpfen um Stabilit?t und Liquidit?t. Eine zus?tzliche verpflichtende Abgabenlast reduziert genau jene finanziellen Spielr?ume, die kleine Unternehmen f?r Investitionen, Digitalisierung und Krisenbew?ltigung ben?tigen.

Eine Reform der Altersvorsorge darf deshalb nicht dazu f?hren, dass wirtschaftlich belastete Selbstst?ndige zus?tzlich geschw?cht werden. Wer die unternehmerische Basis kleiner Unternehmen schw?cht, gef?hrdet langfristig auch Innovation, wirtschaftliche Dynamik und Besch?ftigung.

Eine neue Fixkostenbelastung unabh?ngig von der Ertragslage trifft Betriebe gerade jetzt an der Liquidit?t. Daraus lie?e sich auch eine konstruktivere Forderung ableiten ? ?bergangsfristen, Stundung oder einkommensabh?ngige Mindestbeitr?ge ? statt einer reinen Ablehnung.

Quelle:

ifo Institut (2026): Jimdo-ifo-Gesch?ftsklimaindex f?r Solo-Selbstst?ndige, April 2026.

Punkt 6: Kurzfristige Mehreinnahmen l?sen nicht das langfristige Rentenproblem

Die Einbeziehung von Selbstst?ndigen in die gesetzliche Rentenversicherung kann kurzfristig zus?tzliche Beitragseinnahmen erzeugen. Sie beseitigt jedoch nicht die strukturellen Herausforderungen des umlagefinanzierten Rentensystems, sondern verschiebt einen Teil der finanziellen Belastungen in die Zukunft. Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert nach dem Umlageverfahren: Die Beitr?ge der heute Erwerbst?tigen finanzieren im Wesentlichen die laufenden Renten der heutigen Rentnerinnen und Rentner. Die langfristige Stabilit?t h?ngt deshalb entscheidend vom Verh?ltnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempf?ngern ab.

Deutschland steht aufgrund des demografischen Wandels vor einer langfristigen Verschiebung dieses Verh?ltnisses. Der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der Rentenbeziehenden steigt, w?hrend die Zahl der Personen im Erwerbsalter langfristig zur?ckgeht. Auch der Sachverst?ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weist regelm??ig darauf hin, dass die Alterung der Bev?lkerung erhebliche Herausforderungen f?r die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme verursacht.

Eine zus?tzliche Gruppe von Beitragszahlern kann daher kurzfristig die Einnahmeseite verbessern. Gleichzeitig entstehen f?r diese Personen aber langfristig eigene Rentenanspr?che in der Zukunft.

Quelle:

Deutsche Rentenversicherung Bund:

Umlageverfahren und Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bundesregierung:

Rentenversicherungsbericht.

Sachverst?ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten.

Punkt 7: Neue Rentenpflicht trifft auf ungel?ste Abgrenzungsprobleme zwischen Selbstst?ndigkeit und Besch?ftigung

Die Einf?hrung einer allgemeinen Rentenversicherungspflicht f?r Selbstst?ndige w?rde auf ein Sozialrecht treffen, das bereits heute erhebliche Abgrenzungsprobleme zwischen selbstst?ndiger und abh?ngiger T?tigkeit kennt. Nach ? 7 Abs. 1 SGB IV entscheidet nicht die Bezeichnung eines Vertrags ?ber den sozialversicherungsrechtlichen Status, sondern die tats?chliche Ausgestaltung der T?tigkeit. Ma?geblich sind insbesondere Weisungsgebundenheit und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers.

Gerade bei projektbezogener Arbeit, wissensintensiven Dienstleistungen und hochqualifizierten Solo-Selbstst?ndigen ist diese Abgrenzung h?ufig komplex. Deshalb sieht das Sozialrecht mit dem Statusfeststellungsverfahren nach ? 7a SGB IV ein eigenes Verfahren vor, mit dem Auftraggeber und Auftragnehmer Rechtssicherheit ?ber den sozialversicherungsrechtlichen Status beantragen k?nnen. Bereits heute zeigt dieses Verfahren, dass die Abgrenzung zwischen selbstst?ndiger T?tigkeit und Besch?ftigung in vielen F?llen rechtlich anspruchsvoll ist.

Eine zus?tzliche Rentenversicherungspflicht w?rde diese Komplexit?t nicht beseitigen, sondern den b?rokratischen Aufwand um ein Vielfaches erh?hen ->

Wer gilt k?nftig als rentenversicherungspflichtiger Selbstst?ndiger?

Welche Eink?nfte sind beitragspflichtig?

Wie werden Mischformen oder mehrere T?tigkeiten behandelt?

Welche Sonderregelungen gelten f?r Gr?nder oder Nebenerwerbsselbstst?ndige?
Quelle:

Sozialgesetzbuch IV, ? 7 Abs. 1.

Sozialgesetzbuch IV, ? 7a; Deutsche Rentenversicherung Bund: Statusfeststellungsverfahren.

Punkt 8: Zus?tzliche Unsicherheit gef?hrdet den Projektmarkt und den Einsatz freier Spezialisten

Freie Spezialisten leisten einen wichtigen Beitrag f?r Innovation, Digitalisierung und die Wettbewerbsf?higkeit der deutschen Wirtschaft. Ich m?chte hier als Beispiel nur die externen Datenschutzbeauftragten erw?hnen, die gerade f?r kleinere Betriebe enorm wichtig sind. Nicht jeder Betrieb kann sich einen Vollangestellten DSB leisten. Das Institut f?r Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) weist regelm??ig auf die zentrale Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie selbstst?ndiger Erwerbst?tigkeit f?r die deutsche Wirtschaftsstruktur hin.

Quelle:

Institut f?r Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn): Daten und Analysen zur Struktur des Mittelstands.

Deutsche Rentenversicherung Bund: Statusfeststellungsverfahren nach ? 7a SGB IV.

Punkt 9: Eine Opt-out-Regelung droht zum neuen B?rokratiemonster zu werden

Eine Befreiungsm?glichkeit von der gesetzlichen Rentenversicherung kann nur dann echte Wahlfreiheit schaffen, wenn sie einfach, transparent und dauerhaft rechtssicher ausgestaltet wird. Soll eine Befreiung an den Nachweis privater Altersvorsorge gekn?pft werden, entsteht zwangsl?ufig zus?tzlicher Verwaltungsaufwand. Es m?sste geregelt werden,

welche Vorsorgeformen anerkannt werden,

welche Mindestanforderungen gelten,

in welchen Abst?nden Nachweise vorzulegen sind,

und wie ?nderungen der pers?nlichen Vorsorgesituation behandelt werden.
Bereits heute bestehen mit dem Statusfeststellungsverfahren nach ? 7a SGB IV umfangreiche sozialrechtliche Pr?fverfahren. Je umfangreicher die Nachweis- und Kontrollpflichten ausgestaltet werden, zus?tzlichen Dokumentationspflichten gefordert werden, desto h?her wird der Verwaltungsaufwand f?r Selbstst?ndige und Beh?rden.

Quelle:

Sozialgesetzbuch IV, ? 7a; Deutsche Rentenversicherung Bund: Statusfeststellungsverfahren.

Nationaler Normenkontrollrat: Jahresbericht zum B?rokratieabbau (als allgemeiner Beleg f?r die Bedeutung der B?rokratiebelastung).

Punkt 10: Eine echte Erwerbst?tigenversicherung erfordert eine konsistente Einbeziehung aller Erwerbsgruppen

Faktenlage

Die gesetzliche Rentenversicherung beruht traditionell auf der Versicherungspflicht von Arbeitnehmern sowie bestimmter weiterer Berufsgruppen. F?r viele Selbstst?ndige besteht bislang keine allgemeine Rentenversicherungspflicht. Beamte nehmen hingegen an einem eigenst?ndigen Alterssicherungssystem teil. Ihre Altersversorgung erfolgt ?ber die Beamtenversorgung und wird aus ?ffentlichen Haushalten finanziert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es zuletzt rund 1,8 Millionen aktive Beamte und Richter in Deutschland. Hinzu kommen Versorgungsempf?nger des ?ffentlichen Dienstes. Der Bundesrechnungshof weist seit Jahren darauf hin, dass die Versorgungsausgaben des ?ffentlichen Dienstes langfristig erhebliche Haushaltsmittel binden und eine vorausschauende Finanzplanung erforderlich machen.

Soll die gesetzliche Rentenversicherung jedoch langfristig zu einer echten Erwerbst?tigenversicherung weiterentwickelt werden, stellt sich zwangsl?ufig die Frage, nach welchen Grunds?tzen unterschiedliche Alterssicherungssysteme k?nftig nebeneinander bestehen oder zusammengef?hrt werden sollen.

Eine Reform, die ausschlie?lich Selbstst?ndige zus?tzlich verpflichtet, beantwortet diese Grundsatzfrage nicht. Der parit?tische Grundsatz spricht f?r die Einbeziehung aller Erwerbst?tigen, anstatt f?r eine Sonderstellung der Beamten.

Politische Bewertung:

Die Akzeptanz einer Rentenreform h?ngt wesentlich davon ab, ob sie als nachvollziehbar und ausgewogen wahrgenommen wird. Wie die Forderung der Rentenpflicht f?r Selbstst?ndige wahrgenommen wird, werden wir wahrscheinlich bei den Landtagswahlen im September erleben.

Es braucht ein schl?ssiges Gesamtkonzept f?r die Alterssicherung aller Erwerbsgruppen, welches auf Transparenz, Gleichbehandlung und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit beruht.

Quelle:

Beamtenstatusgesetz; Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG).

Statistisches Bundesamt (Destatis): Personal des ?ffentlichen Dienstes.

Bundesrechnungshof: Bemerkungen zur Haushalts- und Wirtschaftsf?hrung des Bundes sowie Berichte zur Entwicklung der Versorgungsausgaben.

Zusammenfassung aller Quellenangaben:

Punkt 1

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/ 157.html

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/ 168.html

Punkt 2

https://www.ifm-bonn.org

https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research

https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor.html?utm_source=chatgpt.com

Punkt 3

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Kleine-Unternehmen-Mittlere-Unternehmen/_inhalt.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Kleine-Unternehmen-Mittlere-Unternehmen/Tabellen/_tabellen-innen-kmu.html?utm_source=chatgpt.com

https://statistik.arbeitsagentur.de/?utm_source=chatgpt.com

https://www.ifm-

bonn.org/fileadmin/data/redaktion/statistik/mittelstand_im_einzelnen/dokumente/Unt_2023_D _BL_KMU-Dichte.pdf?utm_source=chatgpt.com

Punkt 4

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Vermoegen-Schulden/_inhalt.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Vermoegen-Schulden/_inhalt.html

https://www.diw.de/de/diw_01.c.615551.de/soep.html

https://www.diw.de/de/diw_01.c.679995.de/vermoegen_in_deutschland_legen_deutlich_zu_ _ungleichheit_verharrt_auf_hohem_niveau.html

Punkt 5

https://www.ifo.de/fakten/2026-05-19/jeder-fuenfte-selbstaendige-sieht-existenz-gefahr?utm_source=chatgpt.com

Punkt 6

https://www.bmas.de/DE/Soziales/Rente-und-Altersvorsorge/rentenversicherungsbericht-art.html?utm_source=chatgpt.com

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Home

https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/index.html

Punkt 7

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/ 7.html

https://www.bsg.bund.de/DE/Entscheidungen/entscheidungen_node.html

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Home

Punkt 8

https://www.ifm-bonn.org/statistiken/mittelstand-im-einzelnen

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/versicherungspflicht/statusfeststellung/statusfeststellung_node.html

Punkt 9

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/ 7a.html

https://www.kbs.de/SharedDocs/SV_AZ/o/optionales_anfrageverfahren?nn=69281839401de 22f3aa41e04&utm_source=chatgpt.com

Punkt 10

https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg

https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/_inhalt.html

https://www.bundesrechnungshof.de/DE/0_home/home_node.html

Keywords:Bund der Selbst?ndigen Deutschland e.V.,Allianz Hauptstadtb?ro Mittelstand,Rentenversicherungspflicht,Selbst?ndige

adresse