Am heutigen Dienstag, den 16. Juni 2026, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Immobilienwirtschaft auf dem ?BFW-Expertenforum CO?-Reduzierung im Geb?udebestand? ?ber die praktischen und rechtlichen Weichenstellungen f?r eine sozialvertr?gliche W?rmewende. Im Zentrum der Fachveranstaltung des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg e.V. standen dabei nicht nur die tiefgreifenden Neuerungen des kommenden Geb?udemodernisierungsgesetzes, das das bisherige Geb?udeenergiegesetz abl?sen wird. Angesichts des erheblichen Handlungsdrucks zur Dekarbonisierung des Geb?udesektors legten hochkar?tige Fachleute dar, wie die Abkehr von starren Technologievorgaben hin zu intelligenten Quartierskonzepten, digitaler Netzdienlichkeit und dem Ausbau der geothermischen Fernw?rme die wirtschaftliche Machbarkeit f?r Eigent?mer und Mieter sichern kann.
Dass der Klimaschutz im urbanen Raum nur durch das enge Zusammenspiel von realistischen miet- und energierechtlichen Vorgaben, verl?sslichen Versorgungsstrukturen und marktorientierter Immobilienwirtschaft gelingen kann, verdeutlichte der heutige Konferenztag auf dem Gel?nde der BEW Berliner Energie und W?rme GmbH am Hildegard-Knef-Platz. Beim ?BFW-Expertenforum CO?-Reduzierung im Geb?udebestand? des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg e.V. am Dienstag, den 16. Juni 2026, stand die Transformation des Sektors im Fokus, der aktuell f?r rund 40 Prozent der bundesweiten CO?-Emissionen verantwortlich zeichnet. Er?ffnet wurde das Expertenforum durch die leiterin der Topkundenmanagement der BEW, Heike Langhanki, und den Vorsitzenden des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg, Michael Kranz.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Abschied von fossilen Brennstoffen nicht mehr als isolierte Pflicht des einzelnen Eigent?mers verstanden werden darf. Vielmehr ist die Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordert eine systematische Verkn?pfung von energetischer Sanierung, digitaler Geb?udesteuerung, lokalen Energiequellen und einer transparenten kommunalen W?rmeplanung sowie fairen Kostenregelungen, um Investitionen langfristig abzusichern.
Das neue Geb?udemodernisierungsgesetz: Flexibilit?t und neuer Schutz f?r Mieterinnen und Mieter
Den politischen und regulatorischen Rahmen skizzierte Heike Marcinek, Arbeitsgebietsleiterin Innovation und Transformation bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Sie stellte die Eckpunkte des neuen Geb?udemodernisierungsgesetzes vor, mit dem die umstrittene starre 65-Prozent-Pflicht f?r erneuerbare Energien beim Heizungstausch abgeschafft und Eigent?mern wieder echte Wahlfreiheit zwischen W?rmepumpen, Biomasse, Hybridl?sungen oder dem Fernw?rmenetz er?ffnet werden sollen. Gleichzeitig plant der Gesetzgeber ab 2029 eine sogenannte ?Bio-Treppe? f?r regenerative Brennstoffanteile einzuf?hren und einen versch?rften Schutz f?r Mieterinnen und Mieter zu verankern. Ab 2028 sollen die Mehrkosten f?r biogene Brennstoffe, CO?-Abgaben und Gasnetzentgelte pauschal im Verh?ltnis 50:50 zwischen Vermietern und Mietern aufgeteilt werden, was das Wirtschaftlichkeitsgebot bei Investitionen massiv in den Vordergrund r?ckt. Erg?nzend untermauerte Fabian Eichelbaum, Projektleiter der erQ Analytics GmbH, diese ?konomische Komponente. Er legte dar, dass eine erfolgreiche Sanierungsstrategie zur Erreichung des Pariser 1,5-Grad-Ziels zwingend minimale Ressourcenverbr?uche mit maximaler Sozialvertr?glichkeit koppeln muss, um die Akzeptanz der Nutzer nicht zu verlieren.
Kommunale W?rmeplanung als partnerschaftlicher Fahrplan f?r Berlin
Wie die praktische Umsetzung in der Bundeshauptstadt konkret vorangetrieben wird, erl?uterten Nathalie Nawratil und Wiebke Heinrichs von der landeseigenen BEW Berliner Energie und W?rme GmbH. Das Unternehmen, das rund 700.000 Berliner Wohnungen mit Fernw?rme versorgt, plant den endg?ltigen Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 und eine vollst?ndige Klimaneutralit?t bis 2045. Die Referentinnen stellten klar, dass die Berliner W?rmeplanung kein verbindlicher Umsetzungszwang, sondern vor allem Orientierungshilfe f?r die Wohnungswirtschaft ist. Um den Eigent?mern maximale Planungssicherheit beim Fernw?rmeanschluss zu bieten, stellte die BEW ein neues Kooperationsmodell vor. ?ber eine objektscharfe Portfolioanalyse in Excel-Form k?nnen BFW Mitgliedsunternehmen sowie Hausverwaltungen ihre Liegenschaften clustern lassen, um kurzfristige Anschlussfenster innerhalb der kommenden f?nf Jahre oder notwendige dezentrale ?bergangsl?sungen verl?sslich zu terminieren.
Kosteneffizienz durch Einkaufsmethodik und tiefengeothermische Potenziale
Dass der Weg zur Klimaneutralit?t im Bestand parallel von harten wirtschaftlichen Optimierungen begleitet werden muss, demonstrierte Stefan Strenge, Gesch?ftsf?hrer der Hansa Energie Service GmbH. Durch strukturierte Energieausschreibungen f?r Erdgas und Strom sowie eine gezielte Verbrauchssenkung l?sst sich der finanzielle Spielraum f?r anstehende Sanierungen in den Wohnungsunternehmen sp?rbar erweitern. Den technischen Abschluss bildete der Vortrag von J?rg Lorenz, Gesch?ftsf?hrer des Netzwerks CO2zero e.V. Er zeigte auf, dass der Schl?ssel zur fossilen Unabh?ngigkeit in der Erschlie?ung von lokalem ?Goldstaub? wie der hydrothermalen Tiefengeothermie liegt, deren nationales Potenzial auf ?ber 300 Terawattstunden gesch?tzt wird. Zudem bieten Kalte Nahw?rmenetze, die Nutzung von Abw?rme aus U-Bahntunneln oder Abwassersystemen in Kombination mit intelligenten Smart Meter Gateways enorme Hebel, um den CO?-Fu?abdruck von Quartieren technologieoffen auf null zu senken.
?Die Dekarbonisierung des Berliner Geb?udebestands ist eine gigantische Generationenaufgabe, die nur gelingen wird, wenn Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und soziale Vertr?glichkeit zusammen gedacht werden?, erkl?rte BFW-Vorstandsvorsitzender Michael Kranz im Fazit des Forums. ?Klimaneutralit?t im Geb?udesektor wird nicht durch immer neue Pflichten erreicht, sondern durch L?sungen, die in der Praxis funktionieren. Daf?r braucht es Technologieoffenheit, Planungssicherheit, faire Kostenma?st?be und eine kommunale W?rmeplanung, die Eigent?mern und Wohnungsunternehmen echte Orientierung gibt. Denn nur wenn Investitionen im Bestand planbar und wirtschaftlich tragf?hig bleiben, kann die Transformation am Ende auch praktisch umgesetzt werden.?
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