Die t?dlichen Tauchunf?lle ereigneten sich Mitte Mai 2026 im Bereich Dhekunu Kandu im Vaavu Atoll nahe Alimathaa auf den Malediven. F?nf italienische Taucher*innen, darunter ein Dive Guide und eine Forscherin, tauchten in ein H?hlensystem in etwa 55 bis 60 Metern Tiefe. Vier der Verstorbenen wurden tief im Inneren der H?hle gefunden, teilweise in einem Sackgassenbereich, der f?nfte nahe dem H?hleneingang. Besonders tragisch: W?hrend der Bergungsarbeiten starb zudem der maledivische Marine-Bergungstaucher Mohamed Mahudhee. Der Fall macht deutlich, wie wichtig der Grundsatz „Selbstschutz vor Fremdschutz“ ist. Offenbar wurde auch dieser bei den ersten Bergungsversuchen von 8 Taucher*innen missachtet.
Fest steht: Auf den Malediven ist Sporttauchen nur bis maximal 30 Meter Tiefe erlaubt. Dennoch fand der Tauchgang weit darunter statt. Die Beh?rden ermitteln inzwischen gegen Verantwortliche. Dem beteiligten Tauchschiff wurde die Lizenz vorl?ufig entzogen.
F?r die Extremtaucherin, Physikerin und Neurowissenschaftlerin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist der Fall ein ersch?tterndes Beispiel daf?r, was passiert, wenn Erfahrung mit Sicherheit verwechselt wird. „Die f?nf Italiener*innen sind nicht einfach „beim Tauchen“ gestorben. Es wurden bewusst gesetzliche Vorgaben sowie fundamentale Sicherheitsregeln missachtet“, betont die Vortragrednerin.
Die Taucher*innen verwendeten offenbar normales Ger?tetauch-Equipment mit Pressluft. F?r Tiefen jenseits von 40 Metern braucht es jedoch spezielle technische Ausbildung, redundante Sicherheitssysteme und spezielle Atemgasgemische wie Trimix. Unter hohem Druck kann Stickstoff narkotisierend wirken und die Denk- und Entscheidungsf?higkeit massiv beeintr?chtigen.
Zus?tzlich handelte es sich um einen tiefen H?hlentauchgang, eine der anspruchsvollsten Formen des Tauchens ?berhaupt. Daf?r gelten weltweit strenge Sicherheitsstandards wie redundante Atemsysteme, Sicherheitsleinen und pr?zise Gasplanung nach der sogenannten Drittelregel. „Nichts davon wurde offenbar ausreichend ber?cksichtigt“, so Herbstrith-Lappe.
Auch der verstorbene Bergungstaucher war laut aktuellen Berichten nicht mit technischer Spezialausr?stung f?r solche Tiefen ausgestattet. Er starb vermutlich an den Folgen einer Dekompressionskrankheit. Dabei bilden sich beim zu schnellen oder unzureichend abgesicherten Auftauchen Stickstoffblasen im K?rper, die Blutgef??e blockieren und t?dliche Sch?den verursachen k?nnen.
F?r Mag.a Monika Herbstrith-Lappe zeigt der Fall typische menschliche Risikofehler. Einer davon ist die sogenannte ?berlebendenverzerrung („Survival Bias“): „Nur weil riskantes Verhalten oft gut gegangen ist, hei?t das nicht, dass es sicher war.“
In ihrem Vortrag „Risikobewusst statt angstgetrieben“ besch?ftigt sich die Keynote-Speakerin mit genau diesen Mechanismen. Risiken seien auch dann real, wenn sie noch nicht eingetreten sind. T?dliche Ereignisse entst?nden fast nie durch einen einzelnen Fehler, sondern durch die Verkettung mehrerer Faktoren.
„Aber auch Angst macht uns nicht handlungsf?hig, sondern professionelles Risikobewusstsein“, betont die Neurowissenschaftlerin. Gerade in komplexen Zeiten brauche es die F?higkeit, Risiken realistisch einzusch?tzen und Verantwortung konsequent wahrzunehmen.
Besonders wichtig sei dabei der Mut zur Demut und der „Anf?nger*innen-Geist“. Zwar wurde ?ffentlich vielfach auf die gro?e Erfahrung einzelner Beteiligter verwiesen. Doch Erfahrung sei immer kontextabh?ngig. „Wer in gro?er Tiefe H?hlen taucht, bewegt sich in einem v?llig anderen Risikoumfeld. Dort braucht es trotz aller Erfahrung die Bereitschaft, Risiken v?llig neu zu bewerten“, erkl?rt Herbstrith-Lappe. Nat?rlich ist die Taucherfahrung des normalen Presslufttauchens n?tzlich, wenn man anf?ngt, das Tief- und H?hlentauchen neu zu erlernen. Die Zukunftsmanagerin appelliert: In unserer Welt im Umbruch ist diese F?higkeit von entscheidender Bedeutung: Wir m?ssen als erfahrene Anf?nger*innen vom Alten lernen Neues zu machen.“
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