Alvarez & Marsal veröffentlicht aktuellen Distressed Alert: Deutsche Unternehmen geraten strukturell weiter unter Druck

-Neue A&M-Analyse zeigt steigenden Anteil von Unternehmen in finanzieller Schieflage (+14,8 %) und tiefgreifende strukturelle Branchenprobleme

Alvarez & Marsal, (A&M), eines der weltweit f?hrenden Beratungsunternehmen, zeigt in der neuen Ausgabe seines A&M Distressed Alert (ADA), dass sich die finanzielle Lage deutscher Unternehmen deutlich versch?rft hat. Laut der aktuellen Analyse ist der Anteil finanziell angespannter Unternehmen in Deutschland innerhalb eines Jahres von 13,6% (FY2024) auf 14,8% (LTM 2025) gestiegen. Gleichzeitig gelten inzwischen 40% der untersuchten Unternehmen als strukturell nicht robust (FY24: 32,1%), weitere 21,5% als leistungsschwach (FY24: 18,8%).
Die aufgezeigte Entwicklung f?llt in eine Phase anhaltender wirtschaftlicher Schw?che. Zwar konnte Deutschland 2025 eine technische Rezession vermeiden aber nach zwei Jahren wirtschaftlicher Schrumpfung bleibt die deutsche Wirtschaft in einer Stagnationsphase. Besonders betroffen sind die klassischen exportorientierten Kernindustrien wie Produktion, Automobilindustrie und Chemie, die lange Zeit als Wachstumsmotoren fungierten.

Strukturelle Belastungen versch?rfen den Druck auf Unternehmen
A&M identifiziert in seinem ADA mehrere, seit Jahren bekannte, aber weiterhin ungel?ste Probleme.
Hohe Energiepreise belasten trotz Investitionen in Dekarbonisierung weiterhin die Kostenbasis, w?hrend ein anhaltender Fachkr?ftemangel operative Abl?ufe und Transformationsvorhaben bremst. B?rokratische H?rden verz?gern Investitionen trotz politischer Reformank?ndigungen. Hinzu kommen in Vergleich hohe Unternehmenssteuern sowie politische Unsicherheiten, insbesondere durch US-Z?lle und eine volatile globale Handelspolitik, die Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft beeintr?chtigen.
Parallel dazu ver?ndert sich das industrielle Fundament Deutschlands, da sich Unternehmen weg von Hochpr?zision und reiner Kosteneffizienz hin zu digitalen, klimaneutralen und resilienteren Gesch?ftsmodellen bewegen. Automatisierung, datengetriebene Produktion und KI ersetzen zunehmend klassische Produktionsprozesse, allerdings mit einem hohen Investitionsbedarf.

„Die aktuelle Schw?chephase ist kein zyklisches Ph?nomen, sondern Ausdruck tiefgreifender struktureller Ver?nderungen. Viele deutsche Unternehmen stehen gleichzeitig unter Kosten-, Transformations- und Investitionsdruck“, kommentiert Volker Gross, Managing Director bei A&M Deutschland. „Wer jetzt nicht konsequent an Gesch?ftsmodell, Kostenbasis und Kapitalallokation arbeitet, wird in den kommenden Quartalen weiter an Wettbewerbsf?higkeit verlieren.“

Auf Sektor-Ebene zeigen sich klare finanzielle Stressherde
Der Fachhandel geh?rt mit einem Anteil von rund 22 % finanziell angeschlagener Unternehmen zu den besonders stark belasteten Branchen. Ausschlaggebend ist vor allem der strukturelle Wandel im Konsumverhalten, der station?re Gesch?ftsmodelle zunehmend unter Druck setzt.
Auch unternehmensnahe Dienstleistungen stehen mit 33,3 % betroffenen Unternehmen deutlich unter Stress. Den st?rksten negativen Trend verzeichnet dieser Sektor ebenfalls mit einem Anstieg um 22,2 Prozentpunkte.
Weitere deutliche Verschlechterungen zeigen sich im Segment Chemie und angrenzenden Industrien (+8,3 Prozentpunkte). Diese Entwicklung unterstreicht, dass sich der wirtschaftliche Druck inzwischen ?ber mehrere zentrale Branchen hinweg ausweitet.
Zwar k?nnte das staatliche Sonderverm?gen mittelfristig positive Impulse setzen. B?rokratische Engp?sse und eine weiterhin verhaltene Nachfrage d?rften die Wirkung jedoch verz?gern. Entsprechend rechnet A&M damit, dass der wirtschaftliche Druck auf deutsche Unternehmen kurzfristig hoch bleibt.

„Staatliche Investitionsprogramme k?nnen wichtige Anreize geben, werden aber kurzfristig nicht ausreichen, um die erw?hnten strukturellen Belastungen zu kompensieren,“ sch?tzt Gross die Lage ein. „In vielen Branchen werden Restrukturierungen, Portfolioanpassungen und gezielte Transaktionen unvermeidlich sein, um sich f?r ein ver?ndertes Marktumfeld neu aufzustellen.“

Zentrale Kennzahlen des aktuellen ADA :
-Distress-Anteil: 14,8 % LTM 2025 – nach 13,6 % im Jahr 2024
-Unternehmen ohne strukturelle Robustheit: 40,0 % LTM 2025 – FY24: 32,1 %
-Unternehmen mit unzureichender Performance: 21,5 % LTM 2025 – FY24: 18,8 %
-Analysierte Unternehmen: 330 (FY24) / 330 Unternehmen im aktuellen Sample (LTM 2025)

Den vollst?ndigen Report und die Berichte aus den Vorjahren finden Sie unter diesem Link.

Hinweis zum aktuellen A&M Distressed Alert:
Der A&M Distress Alert (ADA) bewertet systematisch die Performance sowie die Bilanzstabilit?t europ?ischer Unternehmen anhand einer propriet?ren Methodik, die von erfahrenen Restrukturierungsexperten auf Basis umfangreicher Praxiserfahrung entwickelt wurde. Ziel ist es, Unternehmen zu identifizieren, die sich bereits in finanziellen Schwierigkeiten befinden oder sich in diese Richtung entwickeln k?nnten.
Die Studie basiert auf Daten von mehr als 64.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von ?ber 20 Millionen Euro aus 33 L?ndern in Europa und dem Nahen Osten, die f?r die Jahre 2022 bis 2024 durchgehend Finanzdaten bereitgestellt haben. Zus?tzlich flie?en Daten von rund 4.500 Unternehmen ein, die ihre Finanzergebnisse bis November 2025 ver?ffentlicht haben.

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